Gestalttage

Die Gestalttage sind die jährliche Fachtagung der Fachsektion Integrative Gestalttherapie.

Sie finden abwechselnd in verschiedenen Bundesländern statt.



zur Online Anmeldung



Folder Gestalttage 2018

GESTALTTAGE 2018 FS IG
Wien, 26.-27. 1.2018

SEXUALITÄT. MACHT. GESCHLECHTER.

TAGUNGSTHEMA

Die Überflutung unseres Sehsinns und unserer Vorstellung mit ­sexuellen Bildern lässt den Eindruck entstehen, als wäre das Sexuelle zwar omnipräsent, doch seines Geheimnisses und seiner Macht beraubt – ausschließlich „schön und ­ekstatisch und überhaupt nichts ‚­Dreckiges‘“ (Perls, Hefferline, Goodman; 1951) – und als hätte uns die Sexuelle Revolution ’68 vom Rätsel des Begehrens befreit.

Diese Tagung unternimmt den Versuch der Annäherung an das Wesen und die Widersprüchlichkeit des Themas vor dem Hintergrund ­individueller und gesellschaftlicher Erfahrung und ihrer ­therapeutischen Relevanz.


PRE-WORKSHOPS

Wissenschaft und Forschung in der psychotherapeutischen Praxis Psychotherapieforschung ist ein Thema, das zunehmende Bedeutung im Feld erhält und oft sehr unterschiedliche Reaktionenauslöst. Die Haltungen variieren zwischen Interesse und Neugierde, Ängsten und Bedenken, Lust und Frust und Vielem mehr.

Wir wollen Grundlagen und Beispiele vermitteln, wie praxisbezogene ­Forschung im ­Psychotherapiealltag und im Rahmenmder Ausbildung umsetzbar und reizvoll sein kann.


PROGRAMM

FREITAG, 26. Jänner 2018

12.30–15.20    PRE-WORKSHOPS   


15.00-16.00    ANMELDUNG

16.00-16.15    ERÖFFNUNG

16.15-17.15    HANNA HACKER: Feministische Politik zu Sexualitäten

17.15-17.45    PAUSE

17.45-18.45    SONJA DÜRING: Sexualität und Sexualisierung - zur ­Psychodynamik von pornografischen Süchten

18.45-19.30    ABENDIMBISS

19.30             MITGLIEDERVERSAMMLUNG


SAMSTAG, 27. Jänner 2018

9.30–10.30       WOLFGANG TILL: Erotik und Sexualität in ­Über­tragung und Gegenübertragung

10.30–11.00     PAUSE

11.00–12.00     ILSE SEIFERT: Gestalttherapie und Sexualität – naht das Ende des Dornröschenschlafs?

12.00–12.15     PAUSE

12.15–12.45     GEMEINSAMER ABSCHLUSS IM PLENUM

12.45–15.00     MITTAGSPAUSE

15.00–18.00     WORKSHOPS    

AB 19.30          FEST IN DER ORANGERIE des Europahauses mit Buffet.

                       Begrüßung der neuen KandidatInnen und Würdigung der neu graduierten KollegInnen.

                       Musik & Tango-Performance


PRE-WORKSHOPS

Wissenschaft und Forschung in der psychotherpeutischen Praxis

Wissenschaftlicher Gegenstand der Psychotherapieforschung ist menschliches Erleben und Verhalten. In Abgrenzung zu den etablierten Methoden der experimentellen Psychologie und der bio­logischen Psychiatrie geht es in unserem Bereich um die Untersuchung bewusster oder unbewusster Zielorientierung in Individuen und/oder Systemen. Es geht um systematische Erfassung von Abläufen in der Psychotherapie einer individuellen Person.


PRE1
INGEBORG NETZER   

Forschungslust beim Schreiben der Masterthese   

Viele PsychotherapeutInnen verstehen sich nicht als WissenschaftlerInnen oder ForscherInnen. Systematisch zu reflektieren und zu forschen ist jedoch hilfreich für die therapeutische Praxis und kann sogar Spass machen.

In diesem Workshop wird es um Fragen und Anregungen rund um die Masterthese gehen. Schreiben ist oft ein einsamer Prozess, regelmäßiger Austausch und Forschungskooperationen können die Arbeit erleichtern und befruchten. Deshalb soll auch Gelegenheit geboten werden, sich hierfür zu vernetzen.


PRE2
CHRISTINA GOLLNER, PETRA KLAMPFL, MONIKA WAHLMÜLLER

Forschungslust im Praxisalltag

Es wird von einem humanistischen Menschen­bild ausgegangen. Wir wollen psychotherapeutischen PraktikerInnen die Möglichkeit bieten, ihre Arbeit als Forschungs­ tätigkeit zu verstehen und gemeinsam Para­meter erarbeiten, welche die Wissenschaft­lichkeit begründet bestätigen. Wesentlich ist, dass die Psychotherapie­forschung nicht thesenbestätigend sondern thesensuchend angelegt ist. Im Sinne des gemeinsamen Suchens von uns Psycho­therapeutInnen nach geforderter Wissenschaftlichkeit gehen wir den Möglichkeiten nach, Ansätze und Methoden zu finden, die diesem Anspruch gerecht werden.

Wir wollen praxis­relevante, teilweise bereits erprobte Zugänge vermitteln. Aufgrund der Tatsache, dass Psychotherapieforschung zunehmend an Bedeutung gewinnt und auch gefordert wird, laden wir sehr herzlich zur zahlreichen ­Anmeldung zu den kostenlosen ­Workshops ein.

Wir freuen uns über die großzügige Kostenübernahme durch die Fachsektion.


VORTRÄGE


V1
HANNA HACKER       

Feministische Politik zu Sexualitäten

Feminismus hat von seinen Bewegungs­ anfängen an Sexualitäten thematisiert, sexuelle Normen attackiert, vielfältige Kon­troversen zu diesem Politikfeld ausgetragen und richtungsweisende Theorieansätze dazu erarbeitet. Nach einem kurzen historischen Rückblick konzentriert sich mein Vortrag auf rezente (queer- und trans*-)feministische Entwicklungen: Was bedeutet „Sex/Gender“, „Begehren“, „sexuelle Identifikation“ heute?

Nicht-normative Selbstverständnisse drücken sich in Kürzeln wie FLIT, QINT, QTPoC aus: Was ist damit gemeint, und mit welchen ­feministischen Theorien und Aktivismen ­verbinden sie sich?


V2
SONJA DÜRING   

Sexualität und Sexualisierung - zur ­Psychodynamik von pornografischen Süchten

Die Sexualisierung, d.h. die Nutzung der Sexualität zu Zwecken der Abwehr, eignet sich, wie stoffgebundene Drogen auch, Unlustgefühle in Lustgefühle umzuwandeln, Leere zu füllen, Ängste scheinbar zu bewältigen. Sie ist Bestandteil unserer Sexualität und bestimmt deren Psychodynamik.

Vor diesem Hintergrund soll u.a. der steigende, und z.T. suchtartige Pornografiekonsum von Männern betrachtet werden und die Frage gestreift werden, welche Auswirkungen dies

auf die Paarbeziehungen hat.


V3
WOLFGANG TILL   

Erotik und Sexualität in Übertragung und Gegenübertragung

Erotik und Sexualität sind zentrale Bereiche (zwischen-)menschlichen Lebens und finden daher in der therapeutischen Beziehung, in Wünschen und Phantasien von KlientInnen und TherapeutInnen, also in Übertragungen und Gegenübertragungen, ihren Niederschlag. Anhand theoretischer Überlegungen und von Fallbeispielen werden folgende Aspekte diskutiert: Tabuisierung dieser Phänomene, Ent­gleisung und missbräuch­licher Umgang, ­konstruktive Nutzung für die therapeutische Arbeit, Funktion sexueller/erotischer Über­tragungen abhängig von

Persönlichkeit und Strukturniveau, Bedeutung einer anders- oder gleichgeschlechtlichen KlientIn-TherapeutIn-Dyade.

Der Vortrag soll zu Nachdenken und offenem Austausch über dieses „heikle“ Thema anregen.


V4
ILSE SEIFERT    

Gestalttherapie und Sexualität – naht das Ende des Dornröschenschlafs?

In der Theorie der Gestalttherapie kommt das Thema Sexualität nicht vor, eigene Modelle für gestalttherapeutisches Handeln in Bezug auf Sexualität fehlen. Wie ist das zu erklären?

Was spricht dafür, diesem Dornröschenschlaf ein Ende zu bereiten? Und wie könnte gelingendes gestalttherapeutisches Handeln aussehen? Anhand dieser Fragen möchte der Vortrag sich auf eine Spurensuche begeben.


WORKSHOPS

WS1
SONJA DÜRING   

Sexualität und Sexualisierung

Der Workshop bietet Gelegenheit, das Thema des Vortrags in Verbindung mit eigenen Fällen und dem eigenen Erleben zu vertiefen: In der Fallarbeit wird es darum gehen, die Psycho­dynamik hinter der sexuellen Symptomatik zu verstehen und eine Behandlungsidee zu entwickeln.


WS2
MARTIN GEIGER   

Sexualität in der KlientInnen-Begegnung

KlientInnen wollen in ihrer Sexualität (und der Not der Einschränkung) wahrgenommen werden. Vom Rollenrepertoire als Psycho­therapeutIn hängt das Gelingen dieses Vor­habens entscheidend ab. Der Workshop beschäftigt sich mit der Behandlung sexueller Störungen (Fallbeispiele) und soll zur Weiterentwicklung der Begegnungsqualität mit unseren KlientInnen anregen.


WS3
WERNER GILL   

Sexualität in der Partnerschaft – Mythos und Wirklichkeit

Viele Menschen glauben, ihre Ausdrucks­formen von Sexualität in der Partnerschaft seien höchst individuell und privat. Kulturelle Prägungen und individuelle Rollen­erwartungen vermischen sich jedoch mit unseren Bedürfnissen und Sehnsüchten. Unsere ­Einstellung zur Sexualität bestimmt unsere ­Sexualität. Dies hinterfrage ich gerne mit Ihnen in einer vertrauensvollen Atmosphäre. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.


WS4
SUSANNE KLOSER & BRIGITTE SCHIGL   

Sex und Gender – Schnittstelle von Kultur und Natur?

In diesem Workshop ist ein Dialog zwischen dem individuellen sexuellen Erleben und sozialkonstruktivistischen Perspektiven geplant. Sexualität umfasst den Bereich des Biologisch-Körperlichen ebenso wie den enkulturierten Leib und kann als Schnittstelle von „nature und nurture” verstanden werden.

Dieser Raum soll anhand von Beispielen aus der therapeutischen Praxis ausgelotet und doing gender im sexuellen Erleben und Handeln nachgezeichnet aufgespürt werden.


WS5
PETRA SCHEIDE & WOLFGANG TILL   

Erotik und Sexualität in Übertragung und Gegenübertragung – ein Fallworkshop

In diesem Workshop wird das Thema des gleichlautenden Vortrags praxisbezogen weiter­geführt. Die TeilnehmerInnen sind aufgefordert, einschlägige Fallerfahrungen aus ihrer therapeutischen Arbeit einzubringen. Neben einer supervisorischen Reflexion sollen auch allgemein theoretische Bezüge her­ gestellt und insbesondere auf Genderaspekte geachtet werden.


WS6
ILSE SEIFERT   

Das Thema Sexualität in der gestalttherapeutischen Praxis

Wie kann es gelingen, im gestalttherapeu­tischen Handeln einen Weg zu finden, unsere KlientInnen in einem zugleich lustvollen und behutsamen Umgang mit ihrer Sexualität zu unterstützen? Ausgehend von unseren bis­herigen Erfahrungen als GestalttherapeutInnen wollen wir versuchen, Schritte auf diesem Weg zu gehen.


WS7
BETTINA WEIDINGER   

Übersexualisiert, emotionslos und sensations­geil – Sexualpädagogik als Antwort auf Vorurteile

Das Thema Sexualität wirft in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer wieder Fragen auf: Was ist Normalität? Wo beginnt Gewalt? Auch in der Arbeit mit Erwachsenen stellt sich die Frage, welche Fähigkeiten im Laufe der kindlichen Entwicklung erlangt wurden.

Was in der kindlichen und jugendlichen Sexualentwicklung wirklich passiert und welche Rahmenbedingungen es braucht, um sexuelle Basiskompetenzen zu erwerben, soll erarbeitet werden. In Anlehnung an das Modell Sexocorporel wird ein ressourcen­orientierter Blickwinkel vorgestellt.


ORGANISATORISCHES

zur Anmeldung

ORGANISATION
Ursula Bartl, Etta Hermann-Uhlig, Elisabeth Konecny-Knell, Barbara Stadler. Mitglieder der Wiener Regionalgruppe.

SEKRETARIAT
Izabela Draczynski
Lenaugasse 3/8, 1080 Wien
Tel: +43 (0)1 718 48 60,
gestalttherapie @ oeagg.at

TAGUNGSORT
EUROPAHAUS Wien
Linzerstraße 429, 1140 Wien
www.europahauswien.at

Die Anmeldung erfolgt mittels Ausfüllens des Online-­Formulars und wird erst durch die Überweisung der Tagungsgebühr auf das genannte Konto verbindlich.
Bitte geben Sie Variante und Workshopnummer an.
Inkludiert sind Pausengetränke und kleine Pausen­imbisse, sowie für die TeilnehmerInnen der Mitglieder­versammlung ein Imbiss am Freitagabend.

EINZAHLUNG
Konto ÖAGG-Gestalttage
IBAN: AT77 1200 0006 1142 1215
BIC: BKAUATWW
STORNO
Bis 6 Wochen vor der Tagung keine Stornogebühr, bis 3 Wochen davor 50%, danach keine Rückerstattung.

PREISE IN EURO GRAD.
ÖAGG-MITGLIEDER
ERMÄSSIGUNGEN
(KANDIDATINNEN, PRO­
PÄDEUTIKUMS-TNINNEN )
NICHT
ÖAGG-MITGLIEDER

BIS 19.11.17 AB 20.11.17 BIS 19.11.17 AB 20.11.17 BIS 19.11.17 AB 20.11.17
Vorträge/ Workshop/Fest 210.-
225.-
155.-
170.-
240.-
255.-
Vorträge/ Workshop 170.-
185.-
115.-
130.-
205.-
220.-
Nur Vorträge 120.-
135.-
90.-
105.-
130.-
155.-
Nur Fest 40.-
40.- 40.- 40.- 40.- 40.-
NUR AN DER TAGESKASSA





Tageskarten Vorträge
60.-

55.-

70.-
Tageskarten Workshops
60

40.-

65.-

NÄCHTIGUNG
Zimmerreservierung
+43 (0)1 57 666-77
headoffice @ rosenhotel.at

FEST IN DER ORANGERIE
Europahaus,
Linzerstraße 429, 1140 Wien
www.europahauswien.at

TANZ-PERFORMANCE
Christine Reiterlechner
www.almagro.at

BÜCHERTISCH
Brigitte Salanda
Fischerstiege 1-7, 1010 Wien
www.apunktbuch.at

FOTOS, VIDEO UND TECHNIK
Stephan Su und Ekkehard Tenschert

SATZ & GRAFIK
www.dellatoffola.at

TITELBILD
©D‘orothea Emma Göbel,
Nacktes Begehren VI 2010-86
www.dorothea-goebel.de


Nachlese / Nachschau Gestalttage 20. - 21. Jänner 2017, Salzburg

LIEBEN IST ALLES

öffentlich zugänglich: Vorträge von Bärbel Wardetzki und Thomas Harms

nur für Mitglieder: Vorträge, Fotogalerie und Videos vom Fest (nur für Mitglieder)


Archiv: Programm Gestalttage